Als „Senderismo“ bezeichnet man in Spanien das Wandern auf Wegen, die mit international einheitlichen und anerkannten Markierungen gekennzeichnet sind. Gerade das Folgen dieser Zeichen, die den Wegverlauf anzeigen, ist einer der deutlichsten Unterschiede zum freien Bergwandern. Die Zeichen und Symbole sind in ganz Europa gleich, leicht zu verstehen und eine wichtige Orientierungshilfe unterwegs. Zwei kurze parallele Striche – oben weiß, unten rot – zeigen an, dass der Weg geradeaus weitergeht. Je nach Länge unterscheidet man Weitwanderwege, „Gran Recorrido“ (GR, mehr als 50 km), kürzere Wanderwege, „Pequeño Recorrido“ (PR, hier liegt statt des roten ein gelber Streifen unter dem weißen) und Lokalwege, „Sendero Local“ (SL, markiert mit einem grünen und einem weißen Strich). Ein „X“ bedeutet: falscher Weg. Ein doppelter Pfeil zeigt einen Richtungswechsel an. Diese einfachen Zeichen sollten stets in beide Gehrichtungen angebracht sein.
Allein mit Hilfe dieser Markierungen sollten Besucher die Wege problemlos begehen können – erst recht mit dem passenden Wanderführer (Topoguía), der unterwegs über die durchquerten Orte informiert. Die wichtigsten GR-Wege der verschiedenen Länder bilden zusammen die transnationalen europäischen Fernwanderwege, die mit dem Buchstaben „E“ gekennzeichnet werden. Um als solche eingestuft zu werden, müssen sie mindestens drei Staaten durchqueren. Es gibt 11 solcher Routen, vier davon führen durch Spanien. Einer der bekanntesten in Frankreich und Spanien ist der GR E-3, besser bekannt als Jakobsweg (Camino de Santiago).
Heute erreichen mehrere dieser Fernwanderwege die Autonome Gemeinschaft Andalusien. Einige befinden sich noch im Aufbau, wie der E-10, in Spanien als GR-92 oder „Sendero del Mediterráneo“ (Mittelmeerweg) bekannt; andere sind bereits fertiggestellt, wie der GR-7, in Europa E-4 genannt, den wir hier vorstellen. Neben diesem großen Wanderweg (dem GR-7, auf dem man die Alpujarra in mehreren Tagesetappen durchqueren kann) entstehen in der Region immer mehr meist als Rundweg angelegte, eher kurze Wanderungen (von einigen Stunden bis höchstens einem Tag) – die bereits erwähnten P.R.-Wege (Pequeños Recorridos) –, die jeweils einem Thema gewidmet sind: Geschichte, Literatur, Geologie, Botanik … wie etwa der „Sendero de Gerald Brenan“ oder der „Sendero de las acequias“ (Weg der Bewässerungskanäle). So legten beispielsweise einige Einheimische, die sich zu einem Unternehmen zusammengeschlossen hatten, der Gemeinde Alpujarra de la Sierra ein Projekt vor und schufen ein schönes Netz von P.R.-Wegen in ihrem Gemeindegebiet, das zudem vom Wegekomitee des Andalusischen Bergsportverbands (Federación Andaluza de Montañismo) registriert wurde.