Die Gemeinde Alpujarra de la Sierra hat den alten maurischen Königsweg (Camino Real Morisco) von Mecina Bombarón wiederhergestellt, damit er besucht und genossen werden kann. Er verband einst das Tal mit dem Gebirge und verläuft zwischen Yátor, El Golco und Mecina Bombarón. Nach Jahrzehnten des Vergessens waren die Ersten, die den Weg begingen, die Teilnehmer der ersten Universitätstagung „Geschichte und Landschaft“, die die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Universität Granada am 18. und 19. Mai veranstaltete.
Der Königsweg ist nun ausgeschildert, und auf seiner Strecke „kann man die Geschichte der Alpujarra mit Händen greifen“, so Bürgermeister José Antonio Gómez. Der Weg steigt vom Flusstal bis zu den Höhen von Mecina Bombarón hinauf und führt an der Häusergruppe El Golco vorbei, wo sich die Ruinen des „Castillejo“, einer arabischen Festung, befinden; unterwegs liegen außerdem mehrere Getreidemühlen aus jener Zeit.
Die Wanderung auf dem maurischen Weg ergänzte die erste Geschichtstagung in der Alpujarra, die in der Städtischen Bibliothek stattfand. Dort sprachen Experten für mittelalterliche Geschichte der Universität Granada, darunter Professor Manuel Espinar Moreno, der in seinem Vortrag die Organisation des Gebiets in muslimischer Zeit erläuterte. Er erklärte, dass der Name Mecina Bombarón auf die Früchte des Zürgelbaums (Almez, der sommergrüne Baum Celtis Australis) zurückgeht, die „almecinas“ genannt werden. Der Name Almez kommt vom arabischen al meis, und seine essbaren, wohlschmeckenden Früchte gaben laut Manuel Espinar dem Ort Al-Mecina del Buen Varón seinen Namen – wobei dieser „gute Mann“ kein anderer war als Diego López, der aus dem Ort stammende Morisken-Adlige Aben Aboo, Cousin von Aben Humeya, der sich aktiv am Aufstand der Alpujarra beteiligte.
Als Referenten der Tagung „Geschichte und Landschaft“ wirkten außerdem Professor Antonio Luis García Ruiz, ebenfalls von der Universität Granada, mit, der betonte, „auf den Gipfeln läuft alles zusammen, und es gibt immer Verständigung“, sowie Lorenzo Luis Padilla Mellado, promovierter Historiker und Koordinator der Veranstaltung, der über den Übergang der Alpujarra von der muslimischen zur christlichen Zeit sprach. Auch Juan de Dios Morcillo Puga, promovierter Geograph, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Gebiet und Landschaft der Alpujarra“.
Im Anschluss an die Vorträge fanden Gesprächsrunden zu den behandelten Themen statt. Neben der Wanderung auf dem maurischen Weg stand auch ein typisches Mittagessen der Alpujarra auf dem Programm. José Javier Martín Cañizares, Präsident des Gemeindeverbands der Alpujarra (Mancomunidad de Municipios de la Alpujarra), eröffnete die Tagung am Freitag.
Der Bürgermeister von Alpujarra de la Sierra, José Antonio Gómez, hob hervor, dass die Gemeinde diese Tagung „in einer wirtschaftlichen Lage wie der heutigen, in der als Erstes die Kultur vergessen wird“, ausrichten konnte und dass ausgerechnet in einem Dorf der Alpujarra „bedeutenden Persönlichkeiten aus der Universitätswelt eine Stimme gegeben wurde“ – bei einem Treffen, das „kurzweilig und lebendig“ war, bei dem sich die Teilnehmer „wie zu Hause fühlten“ und bei dem „wir Vorträge auf hohem kulturellem Niveau hören konnten“.